Geschichte

In Gurtis stand schon im Frühmittelalter ein Herrschaftshof. Die Übersetzung des rätoromanischen Namens für dieses Dorf auf halber Höhe zur Gurtisspitze bedeutet auch dies: Hof oder Gutshof. Auch ein Nonnenhof, der vielleicht dem Kloster Valduna gehörte, ist nachgewiesen. Einen grossen Aufschwung bekam das Dorf durch den Zuzug der Walser im 14. und 15. Jhdt. Diese Bevölkerungsgruppe dominierte das Leben in dieser Parzelle von Nenzing.

Im Zuge der Josefinischen Reformen sollten Gurtis, Gampelün, Latz und Halden eine eigene Pfarrei erhalten. Bei den Diskussionen um den Standort der Kirche bekamen die "Gurtner", wie sie auch genannt werden, das Recht auf eine eigene Expositurkirche mit einem Kaplan. Die anderen Parzellen verblieben bei der Pfarre Nenzing bzw. Pfarre Frastanz. Mit sehr hohem finanziellen Aufwand für die Bevölkerung wurde die Kirche samt Widum 1791 erbaut. Eine eigene Schule besteht seit mehr als 200 Jahren.

Auf kulturellem Bereich zeichneten sich die Bewohner der Bergparzelle im Laufe ihrer Geschichte immer besonders aus. Der Kirchenchor von Gurtis zu Zeiten von Kaplan Battlog war so bekannt, dass der Fürsterzbischof von Salzburg, Franz Albert Eder, seine Reise unterbrach und zu Fuß nach Gurtis ging, um diesen Chor zu hören. Seit 100 Jahren besteht auch der Musikverein Gurtis, daneben gab es lange Zeit auch eine Theatergruppe.

Neben der auch heute wichtigen landwirtschaftlichen Infrastruktur entwickelte sich Gurtis in der Vergangenheit auch zum Fremdenverkehrsort.